fit chinos Mauro slim Mauro Grifoni Grifoni pIxZqaUwR

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Abstract
Die Rohingyas, die im Staat Rakhine (Arakan) im Westen des heutigen Myanmar leben, bilden eine große geschlossene muslimische Bevölkerungsgruppe an der Grenze zu Bangladesh. In den vergangenen Jahrzehnten gab es mehrere Fluchtbewegungen über die Grenze und Aktionen der Rückführung. Bei alledem ist der Status der Rohingyas umstritten. Die Organisationen, die ihre Interessen vertreten, sehen sie als indigene Bewohner des Landes, die sich auf eine mehr als 1000jährige Geschichte berufen können. Von Seiten buddhistischer Arakanesen und der Zentralregierung Myanmars werden sie als Ausländer angesehen und behandelt. Das Papier untersucht die historische Genese der Konstruktion einer ethnischen Nationalität der Rohingyas vis à vis der buddhistischen Bevölkerung in Arakan und Gesamtbirma sowie die Bestreitung dieses Anspruchs und gibt dabei einen Überblick über die muslimische Einflüsse auf die Geschichte und Kultur des über Jahrhunderte unabhängigen Königreichs Arakan.The Rohingyas living in the state of Rakhine (Arakan) in western Myanmar form a great en bloc community Muslim community on the border to Bangladesh. In the past decades, great numbers of people fled the country and were repatriated later. The status of the Rohingyas is a controversial issue. The organisations representing their interest consider them as indigenous people of Myanmar looking back at a history of 1000 years in Arakan. Buddhist Arakanese as well as the central government of Myanmar, however, regard and treat them as foreigners. The paper examines the historical genesis of the construction of a national Rohingya identity vis-à-vis the Buddhist population of Rakhine and the whole of Burma/Myanmar as well as its contradiction. In addition, an overview on the Muslim influences on history and culture of the kingdom of Arakan will be given.
ASEAS 1 (1)
Die Rohingyas - Konstruktion, De-Konstruktion und
Re-Konstruktion einer ethnisch-religiösen Identität
The Roh ingyas in M yanmar . C onstru ction , De-constructio n and
Re-constructi on of an E thnic I denti ty
Hans-Bernd Zöllner
ASEAS - Öster reichische Zeitschrif t für Südostasienwisse nschaften / Austrian Journal of S outh-East Asian Studies,
1 (1), 2008
SEAS - Gesellschaft für Südostasienwissenschaften - www.SEAS.at
Die Rohingyas, die im Staat Rakhine (Ara kan) im Westen des heutigen Myanmar leben,
bild en eine große geschloss ene muslim ische Bevölkerungs gruppe an der Grenze zu
Bangladesh. In den ver gangenen Jahrzehn ten gab es mehrer e Fluchtbe wegungen über die
Grenz e und Ak tionen der Rückf ührung. Bei al ledem ist der St atus der Rohin gyas umst ritt en.
Die Organisationen , die ihre Interessen vertret en, sehen sie als indige ne Bewohner des
Landes, die sich auf eine mehr als 100 0jährig e Geschicht e berufe n können. Von Seit en
buddhisti scher Arakanesen und der Zentr alregi erung Myanmars werden sie als Ausländer
angesehen und be handelt .
Das Papier unt ersuch t die hi storisc he Genese der Konstr uktion einer ethnisch en N ational ität
der Rohingyas vis à vis de r buddhistisc hen Bevöl kerung in Ar akan und Gesamtb irma sowie
die Bestrei tung dieses Anspruchs und gibt dabei einen Überblic k über die muslimisc he
Ein üsse auf die Geschi chte und Kult ur des ü ber Jahrhundert e unabhängigen Königre ichs
Arakan.
The Rohingyas living in the stat e of Rakhine (Arakan ) in western Myanmar form a great
en bloc community Musl im community on the border to Banglades h. In the past decades,
great numbers of people ed the country an d were repatri ated later . The status of the
Rohingyas is a controve rsial issue. The organisati ons representi ng their interes t consider
them as indi genous people of Myanmar look ing back at a his tory of 1000 years in Arakan .
Buddhist Arakanese as well as the cent ral government of Myanmar , however , regard and
trea t them as for eigner s.
The paper examines the historic al genesis of t he construc tion of a national Rohingya
identi t y vis-à- vis the Buddhist popul ation o f Rakhine and the whole o f Burma/ Myanmar as
wel l as its c ontradi ction. In additi on, an ov erview on the Mus lim i nuence s on hist ory and
cult ure of t he kingdom of Ar akan will be g iven.
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1 Ein leitu ng
Dieser Bei trag ha t in mehrfacher Hi nsicht mit einem Grenzfall zu tun. Die Gruppe von
Menschen, von denen hier die Rede sein soll, lebt auf zwei Seiten einer Grenze. Sie hat
sich in den letzten Jahrhunderten herausgebildet , verschiedene Entwicklungen durchlaufen
und ist dabei im Laufe der Zeit gewissermaßen immer fester geworden. Heute ist es die
Grenze zwischen Rakhine (Arakan) , dem westlichen Staat Myanmars, 1 und Bangladesh. Auf
F R For Sleepers mit F Seidenbluse R S Schn眉rung Restless pfqpP7w
ihrer nor d-westl Saum Collina Roberto Top Collina mit Roberto ausgestelltem O7gqWwvfichen Seite leben – t eils in Flüchtl ingslagern, t eils in E lendsquartieren – einige
zehntausend Menschen, die vom Flüchtlingshil fswerk der Verein ten Nationen (UNHCR) unter
dem Begriff „Rohingyas“ geführt werden . In Myanmar gi bt es einige hunderttausend Personen
der mit diesem Namen bezeichneten Gruppe, die aber im Lande selbs t offiziell nicht so
genannt wer den dürfen. Den Menschen auf beiden Sei ten der Grenze is t gemeinsam, dass si e
Muslime sind, dass sie und ihre Vorfahren eine längere Vorgeschicht e von teils freiwill igen,
teils gewaltsam erzw ungenen Migrationen hinter sich haben und dass sie in beiden Ländern
unwillkommen si nd.
Die durch den Fluss Naa f bezeichnete Ländergr enze trennt gl eichzeiti g die Disziplinen der
Südasien- und der Südostasienforschung. Die „Rohingyas“ bieten also Anlass, traditionelle
Forschungsgrenzen zu überschreiten. Weiter wird es im Folgenden darum gehen, inwieweit
sinnvoll er Weise von den Rohingyas als einer dur ch bestimmte Merkmale von ander en
abgegrenzten G ruppe gesprochen wer den kann, also um ein Problem, das neben einer
politischen auch eine erkenntnistheoreti sche Meta-Ebene impliziert und somit die Südasien-
wie die Südostasienerforsche r f r agt, auf welcher Mara Mac Bluse Mac Mara Mara Bedruckte Bedruckte Bluse Mac rAwvIq8rEbene der Wirklichk eit das angesiedel t
ist, was sie im Zusammenhang mit dieser Gruppierung und darüber hinaus erforschen.
Schließl ich hat d ieser Beitrag eine forschungspolit ische Komponente . Birma/ Myanmar ist eine
der Regionen Südostasiens, die no torisch unterforscht sind .
In diesem Beitrag werden zuerst di e Elemente benannt, die zur Konstruktion einer Rohingya-
Identität beigetragen haben, dann wird die De-Konstruktion der diese Identität stützenden
Argumente vorges tellt und sc hließl ich erfolgt als Z usammenfassung die Re- konstruktion einer
„negativen Roh ingya-Identitä t“ , gefolgt von einer kleinen Sch slim chinos Mauro fit Grifoni Mauro Grifoni luss-Poin te.
Ausgangspunkt ist e in kurzes Zitat a us einem kürzlich ersch ienenen Samme lband zum Islam
1 Die seit 1988 regierende Militärjunta ver fügte 1 98 9, dass das ganze Land international mit dem B egriff
„Myanmar“ zu bezeichnen s ei, der intern scho n vorher üblich gewe sen war. D er Begr iff „Birma(ne)“ (englisch:
„Burma(n)“) und seine Ableitungen s ollten danach für die ethnische Mehr heit des L andes ver wandt werden. Die se
Sprachregelung ist von der Re gierung der Vereinigten Staaten und verschied enen Oppositionsgr uppen gegen d as
Regime nicht überno mmen worden. Im Folgenden wird für die Zeit vor 1989 das Wort „Bir ma“ , für die Zeit danach
das Wort „Myanmar“ verwendet. – Die Umbenennung betraf auch andere ge ographische Bezeichnungen wie Rakhine
– Arakan und Yangon – Rangun.
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in S üdostasien, herausgegeben vom renomm ierten Institute of Southeast Asian Studies (Fealey
& Hooker 2006). Da wer den vier Gruppen v on muslimischen Gemeinschaften in Myanmar
unterschieden , wobei die Rohingya als eine Untergruppe der in Arakan lebenden Muslime
genannt werden. An dem folgenden Zitat ist, wie im Weiteren gezeigt werden soll, je nach
Betrachtungswei se fast alles f alsch und doch zugleich a uch wieder fast alles richt ig.
The R ohingyas probably first migrat ed eastw ards t o Burma in the fifteenth century whe n a nominally
Muslim kingdom ruled an empi re that at i ts asc endary str etched from Dacca … to M oulmein.
(Lamprecht 2006: 2 5)
Hier wie in anderen Publika tionen 2 wird zusammenfassend ein wahrscheinl icher
Zusammenhang zwischen der Gesch ichte der Roh ingyas und de r des heutigen Myanmar
formulie rt. Diese historische Zuor dnung lässt sich a ls Ergebnis e ines komplex en Prozesses der
allmähl ich erfolgten Konstruktion einer Rohingya- Identität v erstehen.
2 Baustei ne der K onstru ktion ei ner ethni Grifoni chinos Grifoni Mauro Mauro slim fit sch-religi ösen Ident ität
Wie andere ehemalige Kolonien, ist auch der heut ige Staat Myanmar aus einer Mischung
unterschiedl icher Trad itionen von Staatlichk eit entstanden. Auf der einen Seite stehen die
T raditionen der Reiche und Gemeinschaften , die es in den Grenzen des heutigen Myanmar
im Laufe der Geschichte gegeben ha t. Zu den Reichen gehören die Königreiche , die von
verschiedenen birmanischen Dynastien beherrscht wurden, sowie das über Jahrhunderte
unabhängige Königreich Arakan 3 und seit Beginn des 19 . Jahrhundert s das britische Empire.
Zu den Gemei nschaften gehören muslimische Gruppierungen unt erschiedlicher ethnischer
Herkunft, die in diesen Reichen dauerhaft sesshaft geworden sind. Elemente dieser
verschiedenen Staats- und Gemeinschaftsverständni sse ergeben die Bestandteile, die
zusammen zur Konstruktion einer Rohingya-Identität beigetragen haben. Diese Konstruktion
erfolgte , w ie in der Herausbildung kollektiver Identitä ten üblich, 4 im Gegenüber zu anderen
2 So findet sich in einem im Rahmen des Lehrforschungs programms der Universität Bielef eld verfassten
Forschungsber ichts folgender Pass us: „Die Rohingy as sind die größtenteils muslimischen Bewohner des Gebietes
Arakan im heutigen Staat Myanmar. Ihre Vorfahren sind die arabische n Händler, die Arakan und B engalen besu cht
hatten, sich nieder ließen und mit der schon ansässigen Bevölkerung vermischten. Arakan ist histor isch von vielen
verschiedenen Erob erern heimgesu cht und behe rrscht worden. Im 9. Jahrhundert nach Christus kam Arakan unter
die Herrschaft des indischen Subkontinents. Später , während der Zeit der Muslim-Könige im 15. Jahrhundert, wurde
Arakan unab hängiges Königreich. Nach den drei anglo-bu rmesischen Kriegen im 19. Jahrhundert war Bu rma unter
britischer Herr schaft und Arakan offiz iell Teil von Burma. A b 1937 wurde Arakan zunächst als zu Indien geh örig
geführt, kurz darauf aber aus verwaltungstechnischen Gründen Burma wegen der schwierigen geographischen Lage
wiederangeglieder t: die Trennung durch den Na f-River vom übrigen Bengalen und die Chittagong Hill Tracts als
schwierig zu durchqu erende und schlecht kontrollierbare Gegend“ (Her ing 2000: 8).
3 Arakan wurde 1784 vom birmanischen König Bodawphaya erober t und in das birmanische Reich
eingegliedert.
4 Siehe Giesen 1999 und Distelrath (u.a. ) 2007.
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Mauro Grifoni Mauro fit chinos Grifoni slim
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Gruppierungen auf beiden Seit en der heutigen Staa tsgrenze.
Im F olgenden w erden drei d ieser El emente näher e rläutert, die für die Herausbildung e iner
kollektiv en „Rohingya-Identi tät“ konsti tutiv sind.
2.1 Religi ös bestimm te Et hnizi tät
Nachdem die br itische East-India Company nach dem ersten anglo-birmanischen Krieg im
Jahr 1826 neben Tenasserim im südlichen T eil d es birmanischen Reiches auch Arakan in ihre
indischen Besitzungen ei ngegliedert hatte , begann sie ihr neues T erritorium zu katalogisier en.
Dabei wählten sie in ihren ersten Zählungen der Bevölk erung Ka tegorien sowohl ethnischer wie
religiöser Natur. 1872 wurden im g rößten Dist rikt Arakans, Akyab , der an Bengalen a ngrenzte,
als eine von 10 Gruppen unter den insgesamt 276.6 71 Einwohnern 58.255 „ Mohamedans of
pure or mix ed bl ood“ identifiziert (Gazetteer 1983 : 1 6). 5 Mit dieser Formulierung wurde
darauf angespielt, dass Muslime im Unterschied zu den Hindus Frauen anderer Religionen
und Volksgruppen heira teten und dass V erbindungen aus diesen V erbindungen dann ebenfalls
Muslime waren. 6 Damit war die Basis dafür gelegt, „die Muslime“ Arakans a ls eine durch
Religion „homogeni sierte“ ethni sche Gruppierung zu betrachten .
„Mohammedaner“, wie die Musli me Anfang des 19 . Jahrhunderts vor dem Zeital ter
der politic al correctnis und der geschlechtergerechten Formulierungen von den britischen
Beamten genannt wurden , werden so zu einem T eil der Bevölkerung der v on der Kolonialmac ht
neu konstituierten Einheit Arakan. Sie erhalten den Status einer Gruppe unter anderen in
dem Distrikt lebenden Gruppen und dadurch ein potenzielles Recht auf gleich berechtigte
Anerkennung. Muslim-Se in“ erhielt eine bis dah in nic ht gegebene quantitativ messbare
Qualitä t gegenüber den Gegebenheiten unter der Herr schaft der arakanesischen (bis 1784)
und birmanischen (ab 1784) Könige, vorher waren alle ethno-religiösen Gruppen im L ande
im Sinne der buddhistisch begründeten Herrscha slim fit Mauro chinos Mauro Grifoni Grifoni fts-Ideologie dem jeweil igen Herrscher
untergeordnet . 7 Die Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppierungen wurden also
letztlich a lle über die Beziehungen zur Sp itze der Herrschaftspyramide def iniert.
5 Die größte G ruppe waren die Arakane sen (17 1.6 12), es folgten nach den Mohammed anern“ verschiedene
„Hill Tribes“ (38. 577), Birmanen (4.63 2) und Hindus (2.65 5). Von allen anderen Gruppen (Europäer und Amerik aner,
Eurasier und Indo-Po rtugiesen, Chinese n, Afghanen und Schan) wurden weniger als 1000 Perso nen gezählt.
6 “One noticible difference between Hindoo and Mu ssulman immigrant s was that the latter intermarr y freely
with the women of the countr y who, nominally at least, become Muslims” ( Gazetteer 1 983: 17).
7 Siehe zur Königs-Ideologie Araka ns Leider (1998) zu Birma Lieberman (1 984: 63-92).
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2.2 Rückwi rkende hi storisc he V erknüpfu ng
Es dauerte mehr als ein Ja hrhundert, bevor die a rakanesischen Mohamedans“ auf der
Bühne der Weltg eschichte wahrg enommen wurden. 8 Entschei dend waren dafür die E reignisse
des Jahres 197 8, als zwischen März und August als Spätfolge der Entstehung des Staates
Bangladesh und der Verstärkung der Bemühungen der bi rmanischen Regierung um eine
„Homogenisierung“ des Landes e twa eine Viertelmil lion muslimisc her Bewohner Arakans na ch
Bangladesh flücht eten. 9 Sie wurden im Laufe der nächsten Jahre repatriiert.
Ihr Gesch ick wurde im Dezember desselben Jahres au f einer vom Islamic Council of Europe
veranstal teten Konferenz über muslimische Minderheiten in nicht -muslimischen Staat en in
London zur Sprache gebracht. 10 Dabei wurde festgestellt, dass die Muslime Bürger Birmas
seien und seit mehr als 500 Jahren in der R egion lebten (Is lamic Council 1 980: 75) .
Diese historische Ableitung hatte zur Voraussetzung, dass es im Zeital ter der Nationalsta aten
zur Identität einer Gru ppierung, die sie von anderen Gru ppierungen unterscheidet, gehört,
dass ihr eine Geschichte zugeschrieben werden kann (v gl. Anderson 1993 : 42-4 3) . Die in dem
Konfer enzband skizzierte „Rohingya-Geschic hte“ wur de später in Publika tionen und Interne t-
Präsentationen 11 wiederholt und in dem Sinne ausgebaut, dass Arakan bis zu der Eroberung
durch die Birmanen im Jahr 1784 ein musli misches K önigreich gewesen sei . Dam it wir d
zugleich der Exodus von 1978, der sich 1991 und 1992 wiederholte, in eine Reihe mit einem
die Geschich te der die Region prägenden birma nischen Expansionismus gestel lt.
2.3 Namen sgebung
Schließl ich wird auch der Name der fit Grifoni chinos slim Mauro Grifoni Mauro Gruppe, Roh ingyas, h istorisch abgeleitet und dam it
legitimi ert: It is a historical name of a community living in Arakan. Historically the old
name of Arakan is Rohang and her people are Rohingyas.” 12 Damit ist die Identifikation der
8 In der Ges chichte des “modernen Birma” von J.F . C ady (1965 ) kommen die ar akanesischen M uslime gar nicht
vor. In Tinkers Analyse der e rsten Jahre der birmanischen Unabhängigkeit wird nur die 1 948 ausgebrochene Mujahid-
Rebellion er wähnt, deren Teilnehmer so charak terisiert werden: „[…] bands of Muslim adventurersin the extrem
north of Arakan, whose terrorist activities were [ …] beyond government control, activities ostensibly devoted to the
creation of a separate Muslim State“ (Tinker 1957 : 34).
9 Siehe zum Folgenden: Yegar (2002: 54-67).
10 Siehe Islamic Cou ncil 1980. Aus d em Tagungsprogramm (S. 158-162 ) geht hervor, da ss das Geschick der
birmanischen Mu slime auf der Konferenz mehrmals thematisiert wurde. In dem Konferenzband ist nur ein Vortrag
enthalten, der Einzelheiten zu dieser Frage enthält. In d en Resolutionen der Konferenz wird d ie „brutale Verfolgung“
von Muslimen in Birm a ausdr ücklich erwäh nt. Außerdem werden Äthiopien, Eritrea, die Philippinen, Thailand und
Kambodscha er wähnt (S. 165) .
11 Auf der Website der Free Rohingya Campaign (2005) ist zu lesen: „Arakan was an independent sovereign Muslim
Kingdom up to 1784 A D in which year it wa s colonized by Burm ese king Bo dawphaya. It is a multi-national countr y
with two major communities of Rohingyas and M aghs. Rohingyas are Muslims and M aghs confess Buddhism.”
12 Free Rohingya Campaign (2006). Dies e Definition findet sich fast wörtlich in einem Internet-Dokument des
Flüchtlingshilfswerks UNHCR (200 0).
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muslimisc hen Bevölkerung Arakans m it dem früher en Reich Arakan k omplettiert. Die Rohingyas
tragen den ursprünglichen Namen der Region weiter und repräsentieren somit den Ursprung
einer Nation mit eigener Geschichte, Kultur Mauro chinos slim fit Grifoni Grifoni Mauro und Sprache, die wie andere un terdrückte
Nationen auch – um die Anerk ennung ihrer legiti men Rechte kämpft .
3 De-Konst ruktio n
Die Roh ingyas lassen s ich somi t unter die „imagined communities“ einreihen, die Kennzeichen
einer Nat ion aufweisen. Sie haben ihr e Geschicht e rückwirkend nach-erzählt (vgl Homi
Bhabha 1995) . Diese Er zählung und die daraus abgeleitete Konstruktion werden aber
nun auch von Vertretern anderer vorgestell ten Gemeinschaften bestritten. Dabei sind
buddhistisch- arakanesische Nati onalisten besonders aktiv . Rohingyas als ethnisc he Gruppe zu
bezeichnen, sei eine Fälschung ( fake), wird gesagt (Arakan Information Website 2007a). Zur
Untermauerung ihrer Ansicht werden – wie von den Vertretern der Rohingyas – die Arbeiten
von Wissenschaft lern angeführt. 13
Im Folgenden wird kurz zusammengetragen, wie sich mit der Wissenschaft entlehn ten
Argumenten eine behaup tete Rohingya-I dentität de-kons truieren lässt.
3.1 Der Name: E in Produkt au s der Zeit der U nabhä ngigke it
Für den Begriff „Rohingya gibt es sehr v erschiedene Ableitungen. Außer der schon angeführten
kann der Begriff so gegensätzlich übersetzt w erden wie „die Mitleid erfuhren“ und „die
T apferen (Yegar 1972: 25, Anm. 3) 14. Eine dritte und vierte Version leitet den Namen von
dem eines muslimischen Prinzen namens Rahin oder einem Sultanat namens Roang ab (Khin
Maung Saw 1994 : 93-9 5).
Ergiebiger als die Klärung der Etymologie des Wortes ist die F rage, seit wann der Begriff i n
breitem Maße Verwendung findet. Dabei ergibt sich, dass das erst spät der Fal l ist. Vor dem
Ende der 50er J ahre des vorigen Jahrhunderts taucht der Begriff kaum auf . 15 Vor allem finden
13 Siehe für die budd histischen Arakane sen: Arakan Information Website (2007b) unter „ Scholars column“, für
die Rohingyas: Arakan Rohing ya National Organisation (2007) unter „His tory“. Vgl. Aye Chan (2005) .
14 Vgl. Fleischmann 198 1: 24-25 . Beide Autoren ber ufen sich auf einen Artikel in der birmanischen Zeitung The
Guardian Magazine aus dem Jahr 1960. Der Autor, Ba Tha, war wahrscheinlich ein Muslim, der einen birmanischen
Namen angenommen h atte (mündliche Auskunft von Khin Maung Saw, Berlin).
15 Francis B uchanan, ein englischer Arzt im D ienste de r East India Company, der 1 795 eine Delegation an
den birmanisch en Hof in Ava begleitete un d 1798 eine Erkundung sreise „through the Provinces of Chittagong and
Tiperah …, in order to look out fort he places m ost p roper fort he cu ltivation of Spices“ unternahm, erwähnt in
einem Artikel aus dem Jahre 1801 den Namen Rooingyas“ als eine linguistische Bezeichn ung einer Gruppe, die
sowohl Muslime wie Hindus u mfasst (Buchanan 1801) .
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sich in den Berichten der britischen Kolonial beamten aus dem Ende des 19 . und dem Anfang
des 20. Jahrhunderts keinerlei Hinweise auf eine Bezeichnung, die auch nur eine entfernt e
Ähnlichke it mit dem Namen „Rohingya“ aufweist. Im Blick auf die „Mohammedaner“ wird
zwischen versch iedenen Gruppen diff erenziert, die zu unterschiedl ichen Zeiten ins Land
gekommen sind, wobei bei den Muslimen bengalischer Herkunft zwischen Nachkommen von
Sklaven a us früheren Zeit en und Einwander ern aus der Gegend von Chit tagong unterschieden
wird, die sich zum T eil nur in der Erntesaison in Arakan aufhalt en ( Gazetteer of Burma 1880:
2- 3). 16
All d as spricht dafür , dass der fit Mauro Grifoni chinos slim Grifoni Mauro Begriff „Rohingyas “ in den schwierigen, von Bürgerkrieg und
politischen Auseinandersetzungen, sowie Versuchen, Kordelzug mit mit Jacobs Kordelzug Jacobs Oberteil Marc Jacobs mit Marc Oberteil Oberteil Marc A4w4qX1nSdie Einheit des L andes zu b ewahren,
geprägten 50er Jahren, entstanden ist. 17 Es ist möglich, dass er in Zusammenhang mit dem
Aufstand muslimi scher Rebellen, den Mujahids, in Arakan entstanden und verbreitet worden
ist. 18
3.2 Die V orgeschichte : Migr ation en, Misc Grifoni Grifoni fit Mauro slim chinos Mauro hehen und galactic polities
Der Name, unter der die Mehrzahl der muslimischen Bewohner Arakans heute bekannt ist,
ist also eng verbunden mit der Geschichte des unabhängig gewordenen Birma sowie seiner
westlic hen Nachbarn Ost -Pakistan beziehungsweise ab 1 971 Bangladesh. Die „Rohingya-
Problema tik“ ist ein post-k olonial es Problem, das – grob gesagt – eine doppelte V orgeschichte
hat.
In der Kolonialzei t, die in Birma im Februar 1826 mit dem Ende des anglo-birmanischen
Krieges anbrac h, 19 wurden die Voraussetzungen für die Migration zahlreicher Bewohner Indiens
und darunter besonders vieler aus dem an Arakan angrenzenden Bengalen geschaffen .
Die v orangegangenen Kr iege h atten dazu beigetragen , dass dies Gebiet besonders dünn
besiedelt war. Nun gab es Rückkehrer sowohl aus dem birmanischen Kerngebiet mit dem
16 W ährend hier auf den nö rdlichen Distrikt Akyab Bezug gen ommen w ird, wird im Blick auf den südlicher
gelegenen Distrikt Sandow ay (Thandwe) zwischen Abkömmlingen muslimischer Soldaten, die Anfang des 19 .
Jahrhundert s auf Gr und einer Hungersnot aus aus Ava gekommen waren, u nd den „Kaman“ unterschieden, die
Nachkommen von Soldaten Sha h Shujas, der in den Thro nstreitigkeiten nach dem Tode Shah Jahans nach Bengalen
floh und am Hofe des Königs von Arak an Zuflucht suchte ( Gazetteer 1 983: 619 ).
17 Siehe zu dieser Zeit Tinker (1957: 34-61). – Einer Quelle zufolge wurde der Be griff von U Nu, dem ersten
Premierminister gebraucht: „In November 1959 the late pr ime minister U Nu, during a h ectic campaign, in the
Mayu District, Ar akan near then East Pak istan, now Bangladesh, mistakenly uttered the wo rd Rohingya. Since then
politically motivated Bengali Muslims have been tak ing advantage of this by dis carding their identity as Bengali to
become a new race called Rohingya. These political Islamists have been working very hard for world acceptance of
them as a new race (Arakan Information Website 2006). – A ye Chan (2005) meint, dass es bengalische Intellektuelle
waren, die den Begriff anfangs der 50 er Jahre erfunden hab en.
18 So die Theorie von Khin Maun g Saw (1994: 96-97).
19 In dem den K rieg beende nden Vertrag von Yandabo vom 24.2. 1826 wurden die Provinze n Tenasserim und
Arakan an die ostindische Komp anie abgetreten. Vgl. dazu Allott (1 9 94).
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Zentrum in A va wie aus dem angrenz enden Bengal en. 20 Es handel te si ch hie r , wie im r estlichen
Birma auch, teils um Wanderarbeiter , teils um Menschen, die sich auf Dauer wieder oder
zum ersten Mal niederließen und Famil ien gründeten. Dabei trafen sie im L ande auch auf
Muslime unterschiedlicher ethnischer Herkun ft, die sich in f rüheren Zeiten hier niederg elassen
hatten und t eilweise einheimische F rauen geheiratet hat ten, deren Nac hkommen als Musli me
aufwuchsen, sich aber sonst kaum von der lokalen Bevöl kerung un terschieden (Yegar 2002: 27 -
28) . 21 Diese Tradition der „Mischehen“ wurde von einigen der neuen Zuwanderer fortgesetzt,
womit sich, wie oben schon beschrieben, die „indischen M uslime“ von den „i ndischen Hi ndus“
unterschieden . 22
Während in dieser Zeit die Grundlagen für d ie Entstehung einer zahl enmäßig großen Gruppe
von Muslimen auf birmanischem Boden gelegt wurde, die durch Migration und Mischehen
ethnisch gemischt, aber rel igiös homogen war , g ab die Geschichte Arakans v or der Kolonialzeit
Anlass, davon zu sprechen , dass Arakan „schon immer“ musl imisch gewesen sei. Zum Hof e von
Mrauk-U , der Hauptstadt des Königreichs A rakan, das bis 1666 auch die bengalische Hafenstadt
Chittagong umfasste , gehörten Menschen verschiedener ethnischer und religiöser Herkunft,
die al lerdings a llesamt dem buddhistischen Herrsche r zur Loyal ität v erpflicht et waren ( Leider
1998 ). Der König Arakans drückte Grifoni Mauro chinos Grifoni slim fit Mauro umgekehrt seine Verpflic htung gegenüber den M uslimen
seines Reiches dadurch aus, dass er auch einen muslimisc slim Mauro chinos Grifoni fit Mauro Grifoni hen Namen in seinem Königstite l
aufnahm und dass dieser Name auch – aber nie allein – auf Münzen geprägt wurde. Weiter
wurde am Hofe bengali sche Lit eratur gepflegt ( Bhattacharya 2 002). All das geschah im System
einer galactic polity (Tambiah ), deren Zentrum von Beginn der Blütezeit Arakans in Mrauk-U
lag und eindeutig von einem buddhistischen Herrschaftskonzept bestimmt war , in dem auch
die Idee eines cakkravartin, eines gerechten buddhistischen Weltherrschers vorkam.
4 Re-Konst ruktio n: Negat ive Ident ität
Mit den Rohingyas wird somi t eine Gruppe von Muslimen bezeichnet, die heute im Blick auf ihr e
Gruppenidentitä t zw ischen Baum und Borke leben. In Bangladesh werden sie als Flüchtlinge
aus Myanmar angesehen, in Myanmar als M enschen, die fälschlicherweise behaupten, ihre
Geschichte sei ein T eil der Geschichte Arakans und könnten daraus das Recht ableiten,
20 „When Araka n was first ceded it was found to be almost depopu lated but immigration soon flocked in,
composed mainly of persons who had been dr iven out by the Burmese or who had escape d during the war and who
came back to there homes from Chittagong and other neighbo uring distric ts, and as the country b ecame more
settled, the immigration increased“ ( Gazetteer 1 983: 15 ).
21 Y e gar benutzt für diese schon vor 1826 in Arakan lebende „Mischbevölkerung“ den Begriff „Rohingyas“, ohne
einen Beleg für eine zeitgenössis che Verwendung diese s Begriffes anzuführen.
22 Der Gazetteer von 1880 schreibt über die schon l änger in A rakan leben den Muslime: „They differ but little
from the Arakanese except in their religion and in some customs w hich their religion direc ts; in writing they u se
Burmese butr amo ng themselves employ colloquially the language of their ancestor s” ( Gazetteer 1983: 16).
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Myanmar als ihre Heimat zu betrach ten. In der Volkszählung von 198 3 wurden sie folglic h als
„Bangladeshis“ g ezählt. 23
Für d iese nega tive und f remdbestimmte Festlegung de r Ident ität der Roh ingyas – und vieler
anderer in Myanma r lebenden Menschen mit einem indischen Hint ergrund – ist entscheidend ,
dass das birmanische Staatsbürgerrecht , das 1982 auf den Grundlagen der Bestimmungen
von 1948 neu formul iert wur de, eine historische Dimen sion hat. 24 Eine uneingeschränkte
Staatsbürgersch aft slim fit Mauro Grifoni Grifoni Mauro chinos wurde dabei nur d en Bewohnern des Landes zugesprochen, die zu den
„national races“ gehören. Dabei w ird das Jahr slim Grifoni Mauro fit Grifoni Mauro chinos 1823, also das Jahr vor Ausbruch des ersten
anglo-birma nischen Krieges, als zeitliche Grenze genannt. 25 Für A ngehörige von ethnischen
Gruppen, die später ins Land kamen, ist ein Antragsverfahren vorgesehen, das verschiedene
Abstufungen von S taatsbürgerschaf t vorsieht.
Mit dieser Regelung wurden und wird von allen, die nicht ohne weiteres als ethnische
Birmanen anerkannt wer den, und das sind alle Bewohner des Landes indischer Abstammung,
eine Einzelfa llprüfung zur Zuerkennung ihrer birmanischen Staatsangehörigkei t verlangt und
somit eine „Gruppenidenti tät“ ausgeschlossen. Dieser historische Hintergrund erklärt zu einem
großen T eil den S treit um die historische Rolle der Muslime in Arakan und die Verankerung des
Begriffs „Rohingyas“ in der f rühen Geschichte des Landes. 26
Es ist bemerkenswert, dass in dieser juristischen Festlegung der Anfang einer birman ischen
Nation auf das Datum vor Beginn der Kolonialzeit zurückverlegt wird. Damit wird eine
Einbeziehung der zahlreichen ethnischen Gruppen , die in den Grenzen des heut igen M yanmars
leben, Mauro Grifoni Grifoni fit chinos slim Mauro erreicht, aber um den Preis der Ausgrenzung aller Bewohner ind ischer Herkunft,
die gez wungen werden, sich in individuellen Verwaltungsakt en die Staatsangehörigkeit zu
beantragen.
Die Ident ität der Rohingyas ist a lso „dazwischen“ , sie i st virtuell , der Reali tät na chgebildet
wie ein A vatar in den virtuell en W elten des Internet . Zugleich ist die Behaup tung einer
Rohingya-Ident ität aber auch höchst rea l, denn es ist gerade die Be streitung der Anerkennung
der eigenen Gruppenidenti tät, die Gemei nschaft schaf ft. 27
Eine solche virtuelle bzw. „hybride“ Realitä t ist nun durchaus nichts Außergewöhnliches.
23 Lamprecht 200 6: 25.
24 Siehe zum Gesetz von 1948 Fleischmann (1981 : 86-89); Zum Gesetz von 1982 Yegar (2002: 58-59).
25 Abs atz 3 des Geset zes in der Fassung vo n 1982 lautet: „Nationals such as the Kachin, Kayah, Karen, Chin,
Burman, Mon, Rakhine or Shan and ethnic group s as have settled in any of the territories included w ithin the State
as their permanent hom e from a period anterior to 1185 B.E. , 1823 A.D. are Burma citizens.
26 Nach A bschluss d er Arb eit an d em Text wurde Ende Juli 2007 be richtet, dass 3 5000 Rohingyas von d en
Behörden Myanmars Identitätsausweise bekommen werden. Nach Aussagen des Vertreters des Flüchtlingshilf swerks
der Vereinten Natione n (UNHCR) in Yangon bekommen die Antragsteller einen Temporary Registration Certificate
(TRC) genannten Ausweis. Die Kosten für die Anfertigung der fälschungssichereren Dokumente, die den Auf enthalt d er
Inhaber in Myanmar legalisiert, ohne dass sie damit die vollen B ürgerrechte bekommen, werden von den Ver einigten
Staaten finanziert. Nach Au ssagen des UNH CR-Vertreters gibt es an die 200.000 Rohingya s, für die ein solcher
Ausweis hilfreich sein könnte als ein m öglicherweise e rster Schr itt zur An erkennung d er vollen Staatsbürger schaft
(Irrawaddy, 24. Juli 2007).
27 Vgl. dazu das Konzept des „dritten Raums“ von Bha bha (1995 ).
61
ASEAS 1 (1)
besteht, dass sie auf Grund von Nicht- Anerkennung „bedroht“ sind wie etwa die Kurden und
die Palästinenser . Im Unterschied zu den genannten Gruppen, die seit Jahr zehnten um ihre
Anerkennung als Nationen kämpfen, bilden die Rohingyas eine Gruppe, aus der heraus sich
bisher innerhalb Myanmars noch keine Mauro Grifoni chinos Mauro fit Grifoni slim zivile Organisation hat herausbilden können. 28 Damit
ist sowohl die „Rohingya-Identität“ sowohl in ihrer negativen Version des Ausschlusses aus
dem birma nischen wie dem Arakan- Staat w ie der positiven Version durch d ie Unterst ützer der
dieser Gruppe angehörenden Menschen mehrheitl ich fremdbestimmt.
Schluss-Poi nte
Die Ausgrenzung von T eilen der Bevölk erung du rch einen Staa t ist aber auch eine Bedrohung für
dessen eigenen Sta tus. Das gil t mit besonderer Deut lichkei t für den Staa t, dem die Roh ingyas
ein Bürgerrecht abtrotzen wollen. Das heutige Myanmar ist ein Staat, aber noch keine
Nation. Die V ersuche der Regierenden, dem Land eine national e Identität zu veror dnen, sind
ähnlich konstruiert und w erden ähnl ich de-konstruiert wie das hier f ür die M uslime Arakans zu
zeigen versucht wurde . 29 So wie si ch d ie R egierung Myanm ars w eigert, den Begriff „Roh ingyas“
zu benutzen, weigern sich die Vereinigt en Staaten und viele Oppositionsgruppen gegen die
Militä rregierung des Landes, den v on ihr 1 989 veror dneten Namen „Myanmar“ zu verwenden.
Aber das ist eine andere Geschic hte.
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s+on+the+Dubious+Conference+held+by+the+Bengali+Muslims+under+the+name+of+so%2Dcalled+Rohin
gya
28 Zu den militanten Organisationen siehe Lamprecht 20 06: 27- 28.
29 Siehe dazu Zöllner 2007.
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Hans-Bernd Zöllner - Die R ohingyas
Chapter
January 2016
    Since Myanmar has been welcomed into the international fold in late 2011, following some initial steps toward democratic reform, it has been beset by a wave of religious violence in recent times between Buddhists and Muslims, with the Rohingya community generally on the receiving end.1 The recent wave of violence erupted among Buddhists and Muslim in Meikhtila city during March 2013, following... biker zipped hoodie hoodie zipped zipped biker Balmain Balmain Balmain biker 0Zzq8Cwx5n
    Article
    Full-text available
      Between the Great Elect and Westminster – Some Reflections on Aung San Suu Ky’s Concept of Democracy. In view of the elections in Myanmar held on November 8, 2015, the article investigates the concept of democracy set forth by the country’s best known politician, Nobel Laureate Aung San Suu Kyi. She invokes two traditions of “democracy” that contradict each other in terms of the role of the... biker zipped hoodie hoodie zipped zipped biker Balmain Balmain Balmain biker 0Zzq8Cwx5n
      Article
      January 2016
        The article attempts to analyse the talks that were made public in January 2001. It argues that the dialogue is a result of the 10 years political deadlock that has frustrated both sides and endangered their credibility and legitimacy. Both Khin Nyunt and Aung San Suu Kyi, the well known representatives of the State Peace and Development Council (SPDC) and the National League of Democracy... biker zipped hoodie hoodie zipped zipped biker Balmain Balmain Balmain biker 0Zzq8Cwx5n
        Article
        Full-text available
        January 2002
          This article gives an account of the Germans who lived in Burma or who visited the country between the beginnings of British rule in 1826 and the end of World War II. After surveying German-Burmese relations from 1826 until today, the manifold German engagement in Burma before World War I is detailed. This engagement was followed by a sharp decline in the number of Germans living in the... biker zipped hoodie hoodie zipped zipped biker Balmain Balmain Balmain biker 0Zzq8Cwx5n
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